Irland 2026: "Rundreise durch das Land der Nebel & Legenden" oder auch "die Trümmertour geht in die nächste Runde!"
- Die Geeks auf Reisen

- 13. Mai
- 52 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 5 Tagen

Schon bald geht es los – unser Irland-Abenteuer beginnt!
Wir wollen die grüne Insel erkunden und natürlich machen wir eine Roadtrip daraus! Unsere Rundreise startet in Dublin und führt uns im Uhrzeigersinn einmal rund um Irland – natürlich inklusive spannender Abstecher, u.a auch nach Nordirland.
Vor uns liegen beeindruckende Küstenstraßen, wilde Landschaften, kleine Hafenorte, lebendige Städte und hoffentlich jede Menge unvergessliche Begegnungen.

Von den rauen Klippen im Westen über die einsamen Straßen im Norden bis hin zu den historischen Orten im Osten möchten wir Irland in all seinen Facetten entdecken.
In den kommenden Wochen nehmen wir euch hier im Blog mit auf unsere Reise: mit Eindrücken unterwegs, Tipps, Fotos und Geschichten von der Straße.
Wir freuen uns riesig auf dieses Abenteuer – Irland, wir kommen!
Auf Polarsteps könnt ihr verfolgen wo wir gerade sind und was wir unterwegs alles gesehen haben und auf Instagram gibt es wie immer Fotos, da der Blog nicht so viel Speicherplatz hat.
Tag 1 - Freitag 15. Mai 2026
Anreise auf die Grüne Insel

Um unmenschliche 4:30Uhr klingelt der Wecker, da sind wir aber tatsächlich schon fast wach…fast. Nach nem Osaft und dem Kaffee im Becher für unterwegs,knuddeln wir Loki und Stark nochmal richtig durch, füttern sie uns rumpeln dann durchs verschlafene Neu-Anspach zum Bahnhof, wo auch wirklich ein Zug fährt. Zweimal umsteigen und wir sind mal wieder am Flughafen.
Eingecheckt waren wir schon, also muss nur noch das Gepäck aufgegeben werden, was jetzt auch hier vollautomatisch vonstatten geht. Mit der Quittung dafür ging es durch die Security und danach gibt's erstmal was zu futtern. Wir vertreiben uns die Zeit mit Lesen, Podcast hören und Flieger gucken und fotografieren. Diverse Flugzeuge wurden von Schleppern ziemlich schnell von einer Position zur nächsten manövriert. Angst haben die Fahrer nicht, so wie die loslegen. Zwischendurch, damit es nicht langweilig wird, geht's einmal quer durch den Terminalbereich ans andere Ende, da die Gates getauscht werden.
Unser Flieger, ein A321 im schicken Retrolook aber modernem Innenleben, stand bereit und es ging an Bord.
Damit wir auf dem Flug nicht dahinsiechen, kredenzt uns Lufthansa ein auserlesenes Mal voll kulinarischer Extravaganz…ne Plastebuddel mit sagenhaften 200ml Wasser und ‘ne kleine Schokopraline. (Wir Rebellen haben die von der pennenden Sitznachbarin mitgefuttert!)
Gut gestärkt vergingen die knapp zwei Stunden Flug…wie im Flug. Kommt gut, der Schenkelklopfer, gell! Abwarten, wird noch besser. Der Urlaub fängt ja erst an.
Touchdown der sehr sanften Art und wir sind in Irland angekommen. Ob die Iren bereit für uns sind? Schaun mer mal. Der Flughafen ist gar nicht mal so schön, aber wir ergattern jeder einen Stempel für unsere beiden Pässe. Eigentlich wäre jetzt ein Marsch von knapp 15 Minuten angesetzt, aber wir finden zum Glück einen Shuttle, der uns zu unserem fahrbaren Untersatz bringt. Es ist dieses Mal ein grauer Mazda 2. Nachdem alles geregelt und das Gepäck verstaut ist, geht es los.
Wir wollen erstmal zur Unterkunft und das Gepäck loswerden und dann in aller Ruhe wieder loszuzockeln. Am Ziel angekommen, geht's zielsicher zweimal ums und ins falsche Gebäude, während Kathy mit dem Host chattet. Wollen die uns verarschen? Ist das etwa ein Scam? Müssen wir am Ende im kalten Auto schlafen? Ne, wir sind zu doof. Nachdem das geklärt ist, geht's zur richtigen Adresse und siehe da, da ist auch unser Quartier für die Nacht. Der Host ist nett und begrüßt uns, das Zimmer, samt Bad gemütlich und sauber. Wunderbar!
Kurz sortiert und dann wieder raus, im nahen Supermarkt was zu beißen und zu trinken organisiert und ab in Richtung Malahide Castle, einem kleinen schnuckeligen Schlösschen in einem deutlich größeren Park. Wir spazieren entspannt einmal drumrum, Kathy entdeckt einen sehr schönen Irland Hoodie im Gift Shop und zack, sitzen wir wieder im Auto. Denn statt gemauerter alter Tatsachen, wollen wir ans Meer, Seeluft schnuppern. Wir fahren Richtung Howth, das auf einer kleinen Landzunge, oder Halbinsel, liegt, stoppen immer wieder und genießen die Aussicht, sammeln Muscheln und entspannen einfach.
Ach und Übrigens entdeckt Kathy, nachdem wir uns in Schottland nach denen fast dusselig gesucht haben, Fluffy Cows. Fast am Strand! Die liegen da und können unsere Freude gar nicht verstehen, aber was sollen sie auch sonst machen?
Durch Howth geht es durch zum Baily Lighthouse und den wunderschönen Klippen. Dort lassen wir uns die frische Seeluft mit Anlauf in die noch leicht verschnupften Nasen pusten, wandern ein wenig hin und her und machen jede Menge Fotos von der tollen Aussicht.
Dann melden sich unsere Mägen und wir fahren nach Howth zurück, denn auf der Hinfahrt haben wir einen Pub entdeckt, wo wir essen wollen.
Es hat den wunderbar friedlichen und einladenden Namen “The Bloody Stream". Gefällt uns. Rein da! Das kann gar nicht schlecht sein, bei dem Namen!
Kathy bestellt ihr erstes Guinness 0.0 und ich nippe mal dran. Pfui Meppe, ne, das ist nix für mich. Ich bleib bei meiner Coke Zero. Kathy lacht sich tot über mein Geschüttel.
Wir bestellen unser Abendessen, Kathy den Dark Age Beef Burger und ich, nachdem ich erklärt bekomme, was sich hinter dem Namen versteckt, den Seafood Spice Bag. Beides schmeckt großartig und wir sind danach pappesatt und denken, das der Fluch des verkorksten Tag-1-Abendessens, das schon oft genug ein Griff ins Klo war, damit endlich ad acta gelegt ist.
Wir fahren zurück zur Unterkunft denn jetzt sind wir nur noch müde. Kathy guckt die sehnsüchtig erwartete 1. Folge Dutton Ranch, wir sortieren noch ein bisschen unser Zeug und dann ist finito für heute. Es war ein sehr schöner 1. Tag und wir freuen uns auf morgen.
Gut’s Nächtle!
Kai
Tag 2 - Samstag 16. Mai 2026
Dublin nach Oilgate

Wahrscheinlich würde ich über andere Menschen schreiben, wenn ich nun sagen würde, wir haben alle Tickets früh genug gebucht und schliefen am ersten Morgen richtig schön aus, um dann in aller Seelenruhe zum Trinity College zu fahren und an der Book of Kells Experience teilzunehmen.
Denn vor gut einer Woche sagte die liebe Nora uns, dass wir die Tickets besser vorab buchen sollten und so ergatterte ich noch zwei freie Plätze, die bereits den Vermerk hatten “almost sold out” um 8:30 am Samstagmorgen. Nun gut, der frühe Vogel kann mich mal, äh fährt nach Dublin und schaut sich die Ausstellung an.
So klingelte um 6 Uhr der Wecker und um 7 Uhr hatten wir das Auto gepackt, denn heute war auch Transfertag Richtung Süden und wir juckelten mit dem kleinen Autochen in die Innenstadt von Dublin. Da wir keine Ahnung hatten, was da morgens los ist, mit ordentlich Puffer. Den Tipp einen Parkplatz im Parkhaus zu reservieren schossen wir auch in den Wind und rollten um kurz vor halb 8 in ein Parkhaus direkt auf der Fleet Street im Viertel Temple Bar, wo die “Überbleibsel” der Freitagnacht zum Teil auf der Straße lagen und vom RTW ins nächste Hospital gefahren wurden oder vor der Parkhauseinfahrt noch für ein Solo Happy End sorgten - wo sind wir denn hier gelandet?
Das Parkhaus war ein Erlebnis für sich, sobald man kurz stehen blieb, ging das Licht aus. Man achtet hier sehr darauf , Ressourcen zu schonen.
Im Cafe Nero zwischen den Pubs, die Sperrstunde zum Saubermachen nutzen, gab es für uns Frühstück: Kaffee, O-Saft und irische Sausage Rolls. Lecker.
Bis zum Trinity College waren es nur ein paar Minuten zu Fuß bis wir durch das Tor in den Innenhof gelangten, dann ein paar Minuten vor dem Eingang standen, wir waren ja wirklich früh schon da und dann ging es auch schon rein in die heiligen Hallen.
Mit Audio Guide auf dem Handy und den eigenen Kopfhörern in den Ohren (ich liebe den Fortschritt ohne Kopfhörer die schon drölfzig Menschen auf hatten) ging es durch die erste große Halle in der das Book of Kells - eines der am reichsten verzierten Bücher aus dem 9. Jahrhundert, welches die vier Evangelien in prachtvollen Bildern und Texten wiedergibt und das aus einer Zeit, in der Farben sehr aufwendig hergestellt werden mussten. Es wurden bisher nur vier dieser Bücher überhaupt entdeckt. Sie entstanden wahrscheinlich alle im gleichnamigen Kloster Kells.
Anschließend darf man sich das Buch in einem klimatisierten Raum und geschützt vor Lichteinfall ansehen. Jede Seite darf maximal nur 8 Wochen aufgeschlagen liegen, bevor sie zum Schutz umgeblättert wird.
Schon beeindruckend, so ein altes Buch so gut erhalten mit eigenen Augen sehen zu dürfen.
Apropos beeindruckend, es ging die Treppe nach oben in den Long Room, die große Bibliothek, der Ort, der einem sofort ins Gedächtnis kommt, wenn man sich einmal mit dem Trinity College beschäftigt hat. Die hohe Decke, die Weltkugel die im Raum schwebt, die Büsten von berühmten Persönlichkeiten wie Aristoteles, Shakespeare, Newton und natürlich darf in Irland Oscar Wilde nicht fehlen und natürlich die unzähligen Bücher, welche sich in großen Regal Nischen alphabetisch sortiert bis zur Decke stapeln. Zumindest im Normalzustand. Jetzt wird gerade saniert, und nur die ersten Nischen sind noch mit Büchern bestückt, alle anderen sind leer. Hmm… nun denn, trotzdem ist der hohe Raum extrem beeindruckend. (Kai fand es ein wenig schade, dass fast alle Regale leer waren, aber was noch da war, war äußerst beeindruckend.)
Natürlich durfte am Ende der Tour ein Besuch im Gift Shop nicht fehlen, und so begleitete uns nun eine gute Jutetasche vom Trinity College mit nach Hause.
Auf dem Weg zurück zum Parkhaus merkte man, dass die Stadt langsam wach wurde und die Straßen deutlich belebter waren als noch heute früh.
Wir fanden unser Auto problemlos wieder und navigierten uns durch die Stadt in Richtung Süden. Die Strecke führte uns vorbei am Schloss der Sängerin Enya, die mit ihren Katzen ein bescheidenes Heim, namens Manderley Castle, bewohnt und dann über einen wunderschönen Umweg durch den Wicklow Mountain Nationalpark, wo wir den Ausblick über den Lough Tay im Regen genossen.
Tatsächlich hat der uns gar nicht so sehr gestört, dafür war die Aussicht viel zu schön.
Ein paar Kilometer weiter wurde für ein Foto angehalten, denn hier auf der Brücke haben sich Holly und Gerry kennengelernt. Und den Film P.S. I love you, habe ich schon unzählige Male gesehen. Ich bin kein Fan von Schnulzen, aber das ist ja auch Gerard Butler, übrigens ein Schotte, Hollywood liebt es authentisch…
Wir fuhren weiter über die Wicklow Mountains durch den Nebel, vorbei am Glenmacnass Wasserfall wo es wieder aufklarte und dann wollten wir eigentlich zum Glendalough, aber es war ziemlich überfüllt, also zurück und am Mini Supermarkt Mittagessen klar gemacht: Wie haben wir sie vermisst! Die Sandwiches!
Ein bisschen weiter südlich von Wicklow am Brittas Bay Beach durfte Mozzie (unsere Drohne) das erste Mal irische Luft schnuppern und fühlte sich, glaube ich, ganz wohl.
Wir genossen den Blick aufs Meer und die Seeluft um die Nase. So langsam kommen wir an.
Es war mittlerweile 15 Uhr und so entschieden wir uns Meter zu machen, oder anders gesagt: den Motorway statt die Scenic Route zu nehmen.
Kurz vor Wexford, in Oilgate checkten wir in unsere sehr schöne und gemütliche Unterkunft ein und wurden herzlich von Siobhan empfangen.
Nachdem wir alles aus dem Auto geräumt hatten, gab es erstmal eine kleine Siesta, die zwei Tage mit wenig Schlaf machten sich bemerkbar.
Doch wir hatten Hunger und da wir recht weit draußen sind nutze es nichts, wir mussten noch mal los und Futter jagen gehen: also noch mal ins Auto mit Ziel Whitford Bar & Bistro, ein schickes Boutique Hotel mit toller Musik und noch besserem Essen.
Für Kai gab es einen Caesar's Salad mit Cajun Chicken und ich entschied mich für das Whitford Signature Oriental Chicken Dish in Plum-Sojasauce, eine regelrechte Geschmacksexplosion.
Ein grandioser Abschluss eines tollen Tages und wir sind schon so verliebt in diese wunderschöne Grüne Insel. Doch bevor wir hier weiter auf Erkundungstour gehen, wird morgen erstmal ausgeschlafen.
Gute Nacht!
Cheers, Kat
Tag 3 - Sonntag 17. Mai 2026

Nachdem wir die letzten zwei Tage so unmenschlich früh aufgestanden sind, war heute sonntägliches Ausschlafen geplant, was zumindest einer von uns (Kai) durchgezogen hat. Ich war mal wieder um 7 Uhr wach, doch halb so wild, ich musste ja nicht aufstehen und konnte eingekuschelt im warmen Bett liegen bleiben, während der Regen an das Dachfenster prasselte.
Gegen halb elf trudelten wir dann aber doch im Fulacht Fiadh Restaurant (für alle die der Gälischen Sprache auch nicht mächtig sind “eine prähistorische Kochstelle aus der Bronzezeit”) des Irish National Heritage Parks ein und ließen es uns mit Pancakes, Zimtschnecken, Schokocroissant, Ham & Cheese Pie und natürlich Kaffee und O-saft so richtig gut gehen.
Beim Kauf der Tickets fragten wir, ob diese Sehenswürdigkeit Mitglied im OPW sei, der Anbieter der Heritage Card für ganz Irland, das wurde verneint, aber man versprach uns im Johnstown Castle würden wir diesbezüglich fündig. Diese Aussage würde später noch interessant werden…
Anschließend ging es in den Park, wo wir mit einer Führung “Age of Invasion" - wo es um die Ankunft der Wikinger in Irland und die anglo-normannische Invasion über 100 Jahre später ging - starten wollten. Allerdings beschoss der Guide uns mit einer Granate aus Informationen in einer Geschwindigkeit, die jenseits von Gut und Böse war, so dass wir uns bewusst abhängen ließen und auf eigene Faust den Park erkundeten. Der presste in fünf Minuten Wortstaccato soviel Input, wie Kai's .damaliger Geschichtslehrer in zwei Jahren! Auf seine Frage, ob wir Fragen zu den erhaltenen Infos hätten, erntete er nur leere Blicke, weil unsere Gehirne im “bitte-warten, verarbeite”-Modus waren.
Und nachfolgend gibt's Geschichte mit Kai:
Die Wikinger kamen ursprünglich nur nach Irland, um nach Herzenslust zu rauben, brandschatzen und anderen unterhaltsamen Freizeitaktivitäten zu frönen. Recht schnell erkannten sie aber auch die gute Ausgangslage der irischen Ostküste für weitere Lautstarke Besuche bei den nahen Walisern, Schotten und den englischen Königreichen der Zeit, wo es immer was zu holen gab. Also gründeten sie mehrere Siedlungen, unter anderem Dublin, Wexford, Waterford und andere, die auch schnell Handelsplätze wurden, wo Waren, z.B. wertvoller Bernstein aus der Ostsee, Pelze aus Skandinavien, Eisen aus Nordeuropa und sogar Gewürze aus Spanien gehandelt wurden. Irgendwann wurden aber alle Siedlungen der Wikinger von den Iren erobert und die Wikinger vertrieben.
Knapp hundert Jahre später war es ausgerechnet der vom Hochkönig in Dublin verbannte irische Kleinkönig von Lannister, der sich dem englischen König Heinrich II. unterwarf, in der Hoffnung, militärische Hilfe zu erhalten, der die nächste Tragödie für Irland auslöste. Heinrich II. hatte gerade andere Probleme, nämlich sich im Norden mit den Schotten unter Robert the Bruce und dem Franzosenkönig auf dem Kontinent zu kloppen und winkte ab, erlaubte aber, dass seine Barone dem Iren helfen könnten. Ein paar Normannen, die in Wales ihre Lehen hatten, folgten dem verlockenden Ruf nach Raub und Mord und setzten nach Irland über. Das ging dort eine Weile so gut, dass Heinrich II. irgendwann auf das Treiben aufmerksam wurde und mit einer Armee landete, um seine Barone wieder auf die Spur zu bringen und sich dann auch gleich zum König von England, Wales, Schottland und Irland zu proklamieren, wenn er schon mal da war. In dieser Zeit starb der letzte irische Hochkönig ohne einen männlichen Erben zu hinterlassen und seitdem gab es auch keinen mehr. Erst 1922 wurde Irland, bis auf die 6 Counties, wie Nordirland von den Iren genannt wird, wieder frei und unabhängig.
*Geschichtsstunde Ende*
Als wir fast durch waren, umarmte uns das irische Wetter mit allem was es zu geben hatte und wir waren buchstäblich trätschnass. Träumchen. Daran würden wir uns wohl gewöhnen müssen.
Zum Glück konnten wir uns mit etwas Beute im Gift Shop schnell über die nassen Klamotten hinweg trösten.
Der Himmel riss wieder auf und zockelten los in die “Innenstadt” von Wexford. Joa, schön is anders, aber wir haben es mal gesehen. Am Hafen steht eine riesige Harfe und eine Statue von John Barry, dem “Gründer” der US Navy. Er war der erste Kapitän der Kontinentalarmee, der im Unabhängigkeitskrieg ein englisches Kriegsschiff aufbrachte und später den Aufbau der jungen US Navy maßgeblich gestaltete. Diese Statue wurde von den USA als Dank an den legendären Sohn Wexfords gestiftet, zu deren Einweihung sogar Ex-Präsident Eisenhower nach Wexford reiste. Wir schauten uns Beides an und sind dann weiter zum Johnstown Castle gefahren.
Hier sollte es ja die Heritage Card geben, die es im Heritage Park nicht gab, so zumindest die Annahme. Als wir danach fragten, sagte man uns “Ne, die gibt es nur im Heritage Park, aber hier nicht.” Etwas verwirrt berichteten wir über die uns vorliegenden Infos und mussten bei der Antwort der netten Dame doch sehr schmunzeln: “We are in Ireland, nobody knows anything, for God’s sake.”
Nun gut, wir werden schon noch an das gute Stück kommen. Da das Schloss nur noch eine Stunde geöffnet hatte (hier schließt echt alles um 5:30 pm und zwar pünktlich!) und in dem Augenblick der nächste Wolkenbruch runter kam, entschieden wir uns gegen das Schloss und für das trockene Auto.
Einen Versuch unternahmen wir noch und fuhren zum Wexford Wildfowl Reserve, auf der anderen Buchtseite von Wexford. Aber Überraschung, auch der Parkplatz war um Punkt 5:30 geschlossen. Wer schließt denn bitte Parkplätze? War in dem Moment auch Wurscht, denn es fiel grad wieder buchstäblich ins Wasser.
Jetzt hatten wir die Nasen voll, uns war kalt und wir hatten Hunger.
Also zurück nach Wexford ins Jaspers, wo wir uns mit exzellentem Seafood Chowder aufwärmten, bevor es zurück zur Unterkunft ging.
Nun sind unsere Sachen gepackt und heute heißt es mal wieder früh schlafen, denn Morgen geht es die gesamte Südküste entlang, mit einem Abstecher ins Landesinnere zum Rock of Cashel, ins County Killarney. Wir sind gespannt! Auf die Westküste freuen wir uns schon unfassbar!
Jetzt aber gute Nacht!
Cheers,
Kathy + Geschichtsstunden Kai
Tag 4 - Montag 18. Mai 2026

Um 6 Uhr klingelte der Wecker, denn heute war wahrscheinlich einer der längsten Tag auf der Straße der ganzen Reise:
Wir starteten kurz vor Wexford und unser Ziel war das Riverside Cottage mitten im Ring of Kerry. 300 km ohne Umwege, aber wir wären nicht wir, wenn wir nicht entlang der Route alle möglichen Stopps geplant hätten.
Der Erste war die sogenannte Magic Road im Mahonn Falls Reserve, wo du an einem Stein in der Nähe eines Feenbaums (keine Ahnung, wie sowas aussieht) den Gang rausnehmen und das Auto rollen lassen sollst. Man sagt, dass die Gravitation hier besonders ist und das Auto wie von Feenhand den Berg hinauf rollt.
Für die Person im Auto ist es die perfekte optische Täuschung, wenn man, wie Kathy, neben dem Auto steht und das ganze filmt, sieht man sehr gut, dass das Auto runter statt rauf rollt, aber wir wollen die Magie ja nicht kaputt machen, sonst gibt’s Ärger mit den Feen von dem Baum. Weiß immer noch nicht, wie der aussieht.
Der nächste Halt verschlug uns ein ganzes Stück nördlich der eigentlichen Route, da mir gestern noch siedend heiß einfiel, nachzusehen, wo denn der Rock of Cashel genau auf unserer Tour liegt. Denn den sollte man unbedingt sehen. Siehe da, wenn nicht heute, dann gar nicht. Also zackig nach Nordwesten bis Cashel, wo man direkt unterhalb der Anlage parken kann.
Der Rock of Cashel ist ein hoher Felsen über der Ebene von Tipperary, zu dessen Füßen die kleine Stadt Cashel liegt. Der Felsen war schon lange vor dem ersten permanenten Gebäude heiliger Boden für den Alten Glauben, der von Druiden praktiziert wurde. Später residierte der König von Munster dort, wo er vom Nationalheiligen Irlands, St. Patrick, getauft wurde. Der frühe Kirchenbau existiert heute nicht mehr. Die heutige Kathedralenruine stammt aus dem 13. Jahrhundert. Es ist eine Kombination aus Bischofspalast, Festungsanlage und gotischer Kathedrale und die gewaltigen Reste sind immer noch sehr beeindruckend.
Rund um die Kathedrale sind zahlreiche Gräber, mal aufwendig mit keltischen Kreuzen verziert, mal banale kleine Platten im Boden.
Von da oben hat man eine wunderbare Aussicht über die grüne Ebene und die ebenfalls verfallene ehemalige Zisterzienser Abtei St. Mary. Hier ergatterten wir auch endlich die Heritage Cards, die wir jetzt noch fleißig nutzen müssen, damit sie sich lohnen.
Danach ergatterte Kathy noch einen Magnet für den heimischen Kühlschrank und schon ging es zackig wieder südwestlich, gen Cork, aber nicht bevor wir zwei sehr leckere und frische Sandwiches fanden und endlich was Gescheites im Magen hatten, das Erste heute.
In Cork fuhren wir ein wenig durch die Stadt und wieder packte uns das Gesehene nicht, also ging es in den Knast für uns Banausen. Allerdings nur als Besucher im als Museum hergerichteten Cork City Goal. Hier kann man sich die damaligen Zustände in viktorianischen Gefängnissen gut anschauen und die barbarischen Züchtigungsmethoden durch die brutalen Wärter. Als kleiner Gauner, hockte man in der blanken Zelle, eine lausige Holzpritsche mit einem Stück Stoff als Bett und ein Eimer als Klo. Geheizt wurden die kalten Gemäuer im Winter durch einen Miniofen, der in der Wand zwischen zwei Zellen eingebaut war und in dem ein paar lumpige Briketts mühsam vor sich hin glühten und sparsame Wärme abgaben. War man adeligen Standes, bekam man ein Bett, einen Stuhl und Tisch, sowie andere Vergünstigungen, vor allem besseres Essen als nur Brot und Wasser.
Man konnte sich hier auch einen kurzen Abriss des irischen Radios und berühmte Personen, die sich um die transatlantische Kommunikation verdient gemacht hatten, anschauen. Was das genau mit dem alten Knast zu tun hat…ma weiß es net. War wahrscheinlich noch Platz und musste noch was rein. Im Gift Shop kaufte Kathy noch einen Magneten, eventuell für einen zweiten Kühlschrank(?), und einen Irland-Aufnäher für den Reiserucksack, denn Ordnung muss sein!
Danach wollten wir eigentlich noch in ein kleines Nest an der Küste, kann mir den Namen nicht merken, fahren, das Kathy auf ihrer Liste hatte (Clonakilty, du Siebhirn). Aber um den Ort richtig zu genießen, sollte man Zeit mitbringen, am Besten da übernachten. Das strichen wir aber, überlegten stattdessen nach Kinsale zu fahren, aber a) war das ein ziemlicher Umweg nach Süden, b) das Wetter…sehr nass und c) war der farbenfrohe Ort eigentlich nur farbenfroh an zwei Ecken. Also entschieden wir uns auch hier dagegen, sondern fuhren jetzt nach Killarney durch, was sich als richtige Entscheidung erwies.
Killarney war zu unserer Überraschung ein richtig schönes Städtchen, touristisch eingefärbt, aber schön. Wir gurkten hin und her und nachdem wir einen Parkplatz gefunden hatten, flanierten wir ein wenig durch die bunte Innenstadt voller kleiner Läden. Im “Good Boy” gönnten wir uns zwei sehr leckere Bagel. Gestärkt ging es in einen groooßen Gift Shop, wo Kathy wieder fündig wurde, in Form eines T-Shirts und eines Pullovers, beide sehr schön. Ich fand noch nichts. Aber wir sind ja noch ‘ne Weile hier, gell.
Nach einer Grundversorgung für heute Abend und morgen früh im Supermarkt, fuhren wir jetzt zum Gap of Dunloe. Auf dem Weg dorthin dachte sich das irische Wetter “wenn Ihr dachtet, das war bisher viel Regen, guckt mal, hab da noch was!”. Es stürmte! Der Regen kam waagerecht und der Himmel im Gap war pechschwarz und klebte fast am Boden. Aber das Wetter schockt uns nicht so schnell und solange keine Bäume umfallen und Kühe oder Schafe durch die Gegend fliegen, geht es weiter. Wir fuhren in das enge Tal rein und wenn die ersten außerhalb des Autos aufgenommenen Fotos noch höhere Wetterfestigkeit von Kathy verlangten, klarte es weiter oben zusehends auf und es hörte für den Großteil der Fahrt sogar auf zu regnen. Okay, Nieselregen gehört hier in Irland zum Wetterinventar, der zählt nicht. Ein wahnsinnig schönes und schwer beeindruckendes raues Tal wurde staunend durchfahren, bis wir am Scheitelpunkt, hinter dem es in ein Black Valley ging. Wieso das so heißt? Keine Ahnung, sind wir ja nicht rein gefahren. Wir genossen die fantastische Aussicht und fuhren dann wieder genauso fasziniert zurück, denn danach stand die letzte Etappe an.
Die Fahrt zur Unterkunft war straßentechnisch schon sehr abenteuerlich und ich dachte paarmal im Stillen “des stimmt nie!”
Tat es aber, ja wirklich. Im Riverside Cottage oberhalb eines Loughs, das man im Regen und Nebel erahnen konnte, angekommen, konnte ich endlich das Auto abstellen. Wir luden aus und sortierten uns erstmal in der gemütlich und schön warmen Bleibe für die nächsten zwei Nächte.
Zum Abendessen gab es Nudeln mit Soß und Käs. Lecker und ziemlich sättigend. Unser Gastgeber sagte kurz Hallo und drückte uns Scones in die Hand. Er kam vom Pub, wie er sagte. Klang auch ein bisschen danach, aber er ist sehr nett und sein Auto kennt ja den Weg, gell!
So, jetzt hab ich genug geschrieben und wenn Ihr bis hierher durchgehalten habt…
Gute Nacht!
Morgen geht’s auf den Ring of Kerry und das Wetter soll deutlich besser sein. Wehe net!
Over and out.
Kai
Tag 5 - Dienstag 19. Mai 2026

Ring of Kerry hieß der Plan für heute: Doch wozu sind Pläne da? Genau, um sie in die Tonne zu treten.
Wir starteten zwar auf selbigem, waren aber ruckzuck von anderen Dingen abgelenkt. Zum Beispiel von einem wunderschönen Strand, an dem es genau in dem Moment von oben runter kam, als hätte jemand die Schleusen geöffnet und wir waren klatschnass.
Ein paar Kilometer weiter der nächste Versuch, ich sprang in Regenhose und Jacke und konnte es mir nicht nehmen lassen bis ans Wasser zu gehen, wo die Wellen an den Stand klatschten und alle anderen nur von oben zu sahen, fix ein Foto machten und wieder ins trockene Auto sprangen. Ich hatte den ganzen Strand für mich in all seiner Lebendigkeit und genauso fühlte ich mich auch in diesem Moment: Lebendig!
Der nächste Strand zeigte sich schon ein wenig freundlicher und mit einer Ruine, direkt auf einer kleinen Landzunge, die ins Meer hineinragte und auch Kai traute sich aus dem Auto. ;)
Doch das eigentliche Highlight waren die Kerry Cliffs. Atemberaubende Klippen, an denen das Meer mit tosendem Lärm und unbändiger Geschwindigkeit aufschlägt und die Gischt in alle Richtungen versprüht.
Um das Schauspiel betrachten zu können, muss man sich allerdings erstmal den Weg hinauf schrauben. An sich nicht die schwerste Übung, hier kommt nur noch etwas Gegenwind hinzu, der immer wieder gefallen daran hatte, uns wieder runter zu drücken. Aber wir trotzen dem Wind und waren fasziniert von der Aussicht. Unfassbar, was für eine Landschaft.
Ich könnte niemals in einem All-Inclusive Resort den ganzen Tag am Strand liegen, der wahrscheinlich auch noch überall gleich Aussicht hat und mich von der Sonne braten lassen. Ich will was sehen, ich will was erleben und ich will Abenteuer.
Ja, ich fand es geil heute, dass das Wetter nicht das beste war, denn dann wäre es voll gewesen und die Menschen hätten sich gedrängt, auf den Straßen wäre es voll gewesen und wir hätten noch mehr aufpassen müssen. So war es perfekt. Raue Klippen. Zerklüftete Landschaft. Unfassbar schön.
Von hier fuhren wir noch etwas weiter zum Leuchtturm auf der Insel Valentia und wollten dann eigentlich zurück oder überhaupt erstmal drauf auf den Ring of Kerry. Doch gingen wir erstmal einkaufen und deckten uns für den Abend ein.
Zack schüttete es wieder wie aus Kübeln. Kai war anzusehen, dass ihm das Wetter und die Fahrerei dabei heute keinen Spaß machte und er fragte, wo denn die Highlights des Ring of Kerrys, dieser weltbekannten Straße waren und ich konnte nicht mehr tun, als zu sagen: Schau raus! Genau das hier.
Zu unserer Entlastung muss man aber auch dazu sagen, dass wir unter anderem vom Icefields Parkway, North Coast 500 und Cabot Trail unfassbar verwöhnt sind. Die Gegend hier ist wirklich schön, wahrscheinlich konnten wir sie heute einfach nicht so genießen, wie sie es verdient hätte.
Kein Problem, dann machen wir das einfach morgen! Da gehts nämlich nach Norden ins County Mayo und die Route hält tolle Sights für uns bereit.
Gleich gibt’s hoffentlich leckeres Essen aus der Mikrowelle, da wir am Arsch der Heide in einem kleinen süßen Cottage direkt am See sind und keine Lust mehr haben, in die Stadt zu fahren.
Jetzt wird Backgammon gespielt und ausgeruht.
Gute Nacht!
Cheers,
Kathy
Tag 6 - Mittwoch 20. Mai 2026

Auch wenn es uns auf dem kleinen Cottage von Gerard und seinen Schafen sehr gut gefallen hat, ging es heute weiter: an der Westküste entlang Richtung Norden, ins County Mayo, wo wir die nächsten Tage verbringen werden.
Und schon auf den ersten Kilometern war abzusehen, dass der Tag besonders werden würde, denn die Sonne brannte sich immer mehr durch die dicke Wolkendecke und ließ sich immer öfter blicken! Na endlich!
Wir fuhren durch das Niemandsland bis Waterville und von hier an folgten wir dem Ring of Kerry, bis zum Abzweig zur Dingle Peninsula, denn ich wollte unbedingt zum Dunquin Pier und zum Dunmore Head, weil es hier diese atemberaubenden Klippen und wilde Küste gibt.
Den ersten Stopp im Sonnenschein machten wir in Inch, am Inch Beach, wo uns so langsam schwante, wie es hier verkehrstechnisch aussah und was uns später noch erwarten würde. Denn hier wurden Reisebusse ausgekippt. Zum Glück verliefen die sich auf dem Strand ganz gut. Aber ich hatte einen Heidenrespekt vor den Busfahrern, wie sie durch die engen Straßen manövrierten, mir kam das gerade ganz recht, denn ich traute mich das erste Mal selbst ans Steuer und dachte mir: wenn ich dahinter bleibe ist alles in Ordnung, denn wo die durchkommen, komme ich mit dem kleinen Mazda 10x durch. Hat gut funktioniert und ich hätte auch nur fast das ein oder andere Mal den Außenspiegel abrasiert oder die am Fahrbahnrand parkenden Autos gestreift, und wie sagt Kai immer so schön: Fast ist nicht! (Weiter nach rechts!!)
Doch am Inch Beach gab ich das Zepter äh das Steuer - das Zepter bleibt bei mir :) - wieder aus der Hand, was jetzt kam, brauchte einen ruhigen Fahrer auf der falschen Seite. Das war ich hier noch nicht. Wir zockelten weiter über den Slea Head Drive, einer sich an der Klippe entlang windenden Straße die auf der einen Seite Felsen und auf der anderen Seite Mauer hat mit der Breite von einem Bus und einigen Fleckchen zum Reinquetschen und Vorbeilassen. Das funktionierte auf dem Hinweg auch recht gut.
Am Dunmore Head machten wir Halt, genossen die Sicht vom westlichsten Punkt des irischen Mainlands (auch wenn sie das nicht hören möchten, da sind die Iren wie die Briten, wollen nicht akzeptieren, dass sie auf einer Insel leben und betiteln es “Mainland”). Nicht zu vergessen, dass dieser Ort auch eine Filmlocation von Star Wars: The Last Jedi war!
Ich ging runter ans Wasser und holte mir prompt nasse Füße beim Versuch ein paar schöne Aufnahmen der Wellen zu machen. Aber dafür sind wir ja vorbereitet. Meine Sprachnachricht an Kai, dass ich bis zu den Knöcheln nasse Füße hatte, wurde erst mit einem spöttischen Lachen beantwortet und am Auto angekommen lagen hier schon trockene Socken und Schuhe für mich bereit :).
Weiter ging es zum Dunquin Pier oder auf Gälisch Cé Dhún Chaoin, eine Straße, die sich wie eine Schnecke nach unten zum Wasser windet und von wo aus die kürzeste Fährverbindung zu den Blasket Islands ablegt. Auch ein Ort, den man definitiv mal gesehen haben muss.
Jetzt machten wir uns auf den Rückweg nach Dingle und es wurde interessant. Auf der engen Straße des Slea Head Drives hatten wir ordentlich Gegenverkehr. Autos, Kleinbusse, Reisebusse…
Anfangs lief es ganz gut, bis ein großer, weißer Reisebus um die Ecke kam und ich Kai nur sagen hörten: Shit. In diesen vier Buchstaben lag alles. Die gesamte Situation. Was jetzt? Hinter uns waren auch ganz viele Autos und hinter dem Bus sowieso. Also links ran an die Felswand, so nah es eben geht und hoffen, dass es passt. Der Bus kam näher und wir klappten die Spiegel ein, um noch ein kleines Stück näher an die Felswand zu kommen und dem Bus noch ein paar Zentimeter zu geben. Der Bus zog mit seiner weißen Wand an unserem kleinen Fenster Zentimeter für Zentimeter vorbei und als es geschafft war, merkten wir, wie lange wir den Atem angehalten hatten. Kai hatte die Nerven und malte dem Bus einen langen Streifen in den Dreck. Jetzt mussten wir abwarten und eine Lücke finden, um hier wieder rauszukommen, doch das war das kleinere Problem. Es dauerte nur ein wenig.
Da war die Lücke, wir zogen raus und wie sollte es auch anders sein, da kam der nächste Bus, deutlich kleiner, um die Kurve. Der Fahrer war ein richtiger Kotzbrocken, denn er hielt nichts davon Platz zu machen und drängte uns wieder zurück in die Ecke und an die Wand. Auf Kais reden, er möchte doch einen Meter zurücksetzen, so dass wir rangieren und einfacher zurücksetzen konnten reagierte er nicht. Also weiter zurück an die Wand und wieder Luft anhalten. Glück gehabt, er hat zwar geflucht und beleidigt der nette Fahrer, aber es ist nichts passiert. Puuuuh…. Und nein, es ist nicht verboten, in dieser Richtung zurück zu fahren!
So nix wie raus hier, wären da nicht die ganzen lahmen Krücken vor uns, hehe.
Wir entschieden uns gegen den Motorway und nahmen den Weg über Tralee und die Talbert Ferry rüber ins County Shannon. Im Kopf hatte ich die schönen Fahrten mit den Fähren rund um Vancouver Island, doch hier war es eher verrostete Industrie-Romantik, aber hey, es kürzte den Weg deutlich ab, das sollte als Argument reichen.
Ich hatte gelesen, dass die Kilkee Cliffs eine echte Alternative zu den Cliffs of Moher sein sollten, da sie weniger touristisch sind, also peilten wir sie als nächstes an.
Und sie haben gehalten, was sie versprachen! Atemberaubende Klippen so weit das Auge reicht, tosendes Meer, das an jenen Klippen bricht und kaum Menschen. Hier standen, wenn es hoch kam, 15 Autos. Und so konnten wir dieses Spektakel in aller Ruhe und bei schönstem Sonnenschein genießen. Unfassbar schön!
Jetzt aber auf den Motorway und durch zur heutigen Final Destination, es sollten nur noch ca. 2,5 Stunden Fahrt sein. Also jetzt Fuß aufs Gas und Kilometer machen.
Als wir (mal wieder von der anderen Seite) in Richtung Unterkunft rollten, ging es mal wieder über sehr schmale Straßen durchs Hinterland, welches unfassbar schön in den rollenden Hügeln lag. Was wir noch nicht wussten, wir befanden uns bereits mittendrin im Connemara National Park. Kurz vorher sagte ich noch: Irland ist wunderschön, aber die schottischen Highlands sind noch mal was extra und da meinte Irland nur: Halt mein Guiness!
Jetzt erstmal einchecken, wo wir super freundlich durch den Host und die Hunde des Hauses begrüßt wurden. Zu den Hunden gehören ein Husky und zwei Border Collies, von dem einer noch ganz klein und niedlich war und vor lauter Aufregung wurde erstmal jeder Reifen unseres Autos von einem anderen Hund markiert. Zum Glück regnet es hier so oft.
Nun wurde es aber Zeit für was zu Essen und natürlich haben wir uns auf dem Weg dahin erstmal verfahren, weil das GPS zwischen den Bergen nicht optimal ist und uns in die falsche Richtung schickte.
In “The Tavern” in Westport gönnten wir uns beiden einen Smashed Burger und ich verarbeitete noch meinen Seegang von der heutigen Fahrt,es fühlte sich an, als ob ich den ganzen Tag auf einem Boot mit Seegang gewesen wäre. Und so torkelte ich mit 0,0 Promille aus dem Pub, als hätte ich einen gesoffen. Günstiger Abend.
An das Ankommen kann ich mich kaum noch erinnern, so müde war ich und wir fielen in die sehr bequemen Kissen.
Cheers,
Kathy
Tag 7 - Donnerstag 21. Mai 2026

Heute morgen lassen wir es nach der gestrigen Etappe ruhig angehen und schlafen erstmal länger. Ich werde gegen halb neun wach, da ist Kathy schon aktiv, hat den ersten Kaffee intus und schreibt den gestrigen Tag runter. Ich lausche…und höre Regen und Wind. Tatsächlich regnet es und stürmt ganz schön. Super! Danke Irland.
Na gut, dann frühstücken wir erstmal gemütlich und lassen uns Zeit, bis wir um 12 Uhr dann gemütlich mit unserem Kleinjapaner loskullern. Kylemore Abbey ist eines der heutigen Ziele. Mal gucken, ob die Nonnen auch brav religiös sind.
EIGENTLICH fahren wir durch eine der grandiosesten Landschaften, die Irland auf Lager hat. Das Gebiet rund um den Connemara Nationalpark bietet hohe Berge, also keine Alpen, aber für Irland hoch, Fjordlandschaften und überhaupt atemberaubende Panoramen, die man bei schönem Wetter genießen kann. DAS ist das entscheidende Wort, schön! Aber bei uns sieht es so aus: Der Regen in der, laut Wetterapp, leichten Brise, klatscht waagerecht gegen das Auto. Die Wolken schaben fast den Boden des Tals weg und wir sehen links, rechts und überhaupt eigentlich…nix. Meine Laune macht da gleich mal mit und rauscht mit Warp 10 in den Keller. Kann ich gar nichts gegen tun, will es auch grad nicht. Ist doch zum K…, äh menschlichen Wiederkäuen. Da fährt man durch diese grandiose Landschaft und sieht shit….äh nix.
Kathy tat ihr Menschenmöglichstes, mich aufzumuntern, wollte aber nicht gelingen. An einem Strand, den ich markiert hatte, regnete es mal weniger, so das wir tatsächlich ausstiegen. Aber das irische Wetter hatte nur gewartet, bis wir draußen waren und ZACK schüttete es richtig los. Zurück ins Auto. Laune ging ein wenig weiter Richtung Erdkern.
Okay, lassen wir die Natur eben absaufen. Wir fahren jetzt direkt zur Kylemore Abbey, schauen uns die an, dann geht’s einkaufen und zurück zum Quartier. Kathy hätte mich am liebsten in die Zentralsahara gebeamt, damit ich Sonne abkriege. Aber bei meinem Glück hätte es dort auch noch geregnet. Es gibt so Tage, da kriegt man seine Laune nicht mal mit einem Schwerlastkran hoch. DAS war so einer bis jetzt.
An der Abbey angekommen hatten wir beide nicht richtig Lust auszusteigen, so schüttete es. Okay, raus und erstmal bis zum Gift Shop, dann mal sehen. Also durch den Regen hingestapft und war der VOLL. Auf dem Parkplatz Dutzende Autos und mehrere große Reisebusse und gefühlt alle hier drin. In nassen Klamotten und entsprechender Laune.
Wir wollten jetzt doch in die Abbey, also zahlten wir die doch strammen 18 Euro pro Nase und watschelten durch den Regen zum Schloss/Abbey und dort rein da!
Es wartete eine unerwartete, kuriose Mischung aus einem Museum über die Geschichte der Nonnen, die nach dem 1. Weltkrieg aus ihrem in Grund und Boden geschossenen Kloster in Ypern nach Irland übersiedelten und seitdem die Abbey bewohnen und bewirtschaften und einem im Originalzustand bewahrten Teil, der das damalige Schloss Innere so zeigte, als es noch von der Familie Henry bewohnt wurde. Der Bauherr und Besitzer war ein Parlamentarier, der glühend für eine irische Eigenständigkeit im englischen Parlament kämpfte und bei vielen wichtigen Entscheidungen, die mit der Formierung einer irischen Partei, involviert war. Der Bau des Schlosses brachte viele Arbeitsplätze in einer der ärmsten Regionen Irlands. Als Henry nach dem Tod seiner Frau mit seinen Finanzen ins Trudeln kam, verkaufte er das Schloss an den Benediktinerorden und seitdem ist das Schloss eine Abtei. Die Nonnen bekamen wir nicht zu sehen, die bewohnen die oberen Stockwerke und gesperrte Bereiche.
Theoretisch ist das Ganze ein weitläufiges Areal, mit einer gotischen Kirche, die gerade saniert wird, das Mausoleum der Familie Henry und einen Walled Garden mit für damalige Zeit extravagante beheizte Treibhäuser. Auf das alles hatten wir aber keine Lust und schlappten zum Auto zurück, aber nicht, bevor wir im Gift Shop noch zuschlugen. Eine Tasse, dieses Mal eher als auf den letzten Drücker am Flughafen, und für Kathy einen wunderbar weichen Celtic-style Schal.
In Cliffden kauften wir für die nächsten zwei Tage in Sachen Frühstück und Abendessen ein und fuhren dann zurück und zwar die geplante Route mitten durch das Connemora Gebiet. Vielleicht sehen wir ja doch was…pretty please! Und unser Wagemut wurde tatsächlich belohnt, denn es klarte auf. Die Wolken waren jetzt höher und die Sicht wesentlich besser und vor allem weiter! Endlich sah man die wunderschöne Landschaft und je weiter wir fuhren auch den einen oder anderen Gipfel. Na endlich! Warum geht das nicht ab morgens, hä!
In Killary stoppten wir am Hafen, Wasserrand, oder was immer das sein sollte und genossen die grandiose Landschaft des Killary Fjord mit seinen uralten Bergen links und rechts. Während der Eiszeit hätte man von hier nach Norwegen über das Eis laufen können, sagte eine Tafel. Jetzt genossen wir stattdessen Sonnenschein. Ja! Sonnenschein. Herrlich.
Auf der Rückfahrt zur Unterkunft schauten wir noch fleißig links und rechts. Kaum im Quartier angekommen, erinnerte sich das irische Wetter an uns und schickte wieder Regen und Wind. Aber zu spät, bäh, wir waren warm und trocken und würden heute keine Anstalten mehr machen, raus zu gehen. Zum Abendessen gab es paniertes Knoblauchhuhn mit Mittelmeergemüse und indischem Brot. Irisch essen ist was für Anfänger!
Jetzt tippe ich das hier runter und hoffe, jemand liest es und es gefällt so gut, dass ein Herzchen da bleibt. Da freuen wir uns nämlich drüber.
Morgen fahren wir mal in die andere Richtung, unter anderem nach Cong, das nix mit einem 20-Meter-Gorilla zu tun hat.
Bis denne und Gute Nacht!
Kai
Tag 8 - Freitag 22. Mai 2026
Cong aber kein King.


Nach dem gemütlichen Frühstück und der Gewissheit, das es NICHT regnet, fuhren wir los. Entlang des Lough Corrib ging es nach Cong, einem kleinen Örtchen, wo wir uns mehrere Sachen anschauen wollen. Der erste Punkt war die Statue von John Wayne und Maureen O’Hara, die hier gemeinsam den Film “The quiet Man" gedreht haben. Natürlich wurde auch an allen Ecken damit geworben. Die Statue trifft die beiden Gesichter sehr gut. Direkt daneben stehen die Ruinen von Cong Abbey und der dazu gehörenden verfallenen Kirche, beides eingerahmt von alten und neuen Gräbern und vielen Celtic Crosses. Nach einem kurzen Stop im Supermarkt und Gift Shop gegenüber, versuchten wir uns Ashford Castle anzuschauen, aber das scheiterte am bewachten wuchtigen Tor, der Mauer rund herum und generell daran, das sich das 6-Sterne-Hotel hinter vielen Bäumen versteckt. Aber wenn man aktuell über 1.000 Euro pro Nacht berappt, will man nicht ständig fotografierende Besucher durchmarschieren haben. Na gut, dann geht's eben weiter.
Das nächste Ziel war eine irische Pyramide, die aber eher wie eine Variante aus Minecraft aussah und nicht sehr spektakulär war. Auf der anderen Seite der Straße stand auch noch eine verfallene Kirche mit dem unvermeidlichen Gräbern. Danach sollte es die Inishmaine Abbey sein, aber die lag anscheinend auf privatem Grund und bis auf einen entfernten Blick darauf, kamen wir nicht ran. Aber soviel schien davon auch nicht mehr übrig zu sein. Wir gondelten weiter, denn eine Abbey steht noch auf dem Programm, nämlich die Ballintubber Abbey. Aber die war nur von außen zu bewundern, da sich drinnen gerade welche kopfüber ins Eheleben stürzen und dementsprechend die Kirche aus dem 13. Jahrhundert tabu war und der Gift Shop gleich mit geschlossen ist. Okidoki.
Wir machten uns nach einem Einkaufsstopp jetzt in Richtung Connemara Nationalpark auf, denn das Wetter ist soweit noch ganz gut. Es nieselt bisschen, aber das ist hier ja Grundausstattung. Doch Irland hat zugehört und holt den starken Regen und stürmischen Wind raus. Die näherkommenden Berge versinken immer mehr im dunkelgrauen Regen und wir entscheiden, den Nachmittag faul zu sein und biegen ins Quartier ab. Abends gab es die Chicken Wings, Kroketten und das bisschen Restgemüse von gestern. War lecker und wir satt. Danach wurde noch bissel sortiert und gespielt.
Morgen geht es dann weiter nach Norden.
Cheerio!
Kai
Tag 9 - Samstag 23. Mai 2026
Wuthering Heights nach Boyle

Heute ist Quartierwechsel angesagt und es geht weiter nach Norden, genauer gesagt nach Boyle in ein kleines Halbtonnenhäuschen. Wir sind gespannt und machen uns nach dem Frühstück auf den Weg.
Es geht als Erstes über eine kleine Brücke auf Achill Island, wo wir eine, leider teilweise in Wolken versteckte, Panoramastrecke bis zum Keem Beach fuhren, einer kleinen Bucht umrahmt von riesigen Klippen. Wir waren sicher ein kurioser Anblick, denn Kathy war warm und hatte kurze Hosen an, während ich zwei Jacken anhatte, weil es mir kalt war. Tja, später am Tag war es dann andersrum.
Es hatte eine ganz eigene Atmosphäre, mit den tiefhängenden Wolken, die viel Licht schluckten. Ich fand den Wind sehr kalt, Kathy in kurzen Hosen zuckte nur mit den Schultern und machte sich einen frischen Kaffee in ihrer kleinen Reisekaffeemaschine. Dekadent können wir auch!
Danach ging es über kleine enge Wege weiter zu den White Cliffs of Ashleam. Unterwegs stoppten wir an einem kleinen Steinstrand, eigentlich nur zum gucken, aber ich wurde “Opfer" eines etwas verstrahlten älteren und sehr streng riechenden Iren, für den die Neuigkeit, das es nur noch ein Deutschland und kein Ost/West mehr gibt, geradezu ungeheuerlich war. Kathy verdünnisierte sich ins Auto und ließ mich mit dem Dude stehen, der mich fröhlich weiter vollquasselte. Wenn ich sage, dass ich 2% von seinem Redefluss verstanden habe, war das viel. Keine Ahnung, was er mir alles erzählt hat, aber “Tatsächlich” und “Großartig” reichten als meine Antworten, bis er schließlich abdrehte.
Die Klippen selber waren auch sehr schön und vor allem sehr windig. Weiter ging es durch die wunderschöne Landschaft voll leuchtend gelb blühenden Ginster- und wunderbar lila blühenden Rhododendronhecken, die die ganze Landschaft mit einem bunten Teppich überzogen. Es gab einen kurzen informativen Zwischenstopp im Wild Nephin Nationalpark Info Centre, wo wir aber nur kurz verweilten.
Wir fuhren weiter zum Downpatrick Head und den dortigen Klippen. Der Name ist auch hier dem Nationalheiligen St. Patrick geschuldet, der hier angeblich auch eine Kirche gebaut hatte. Gefunden hat man zwar nie was, aber der Name stand. Und diese Klippen und die einzeln stehende Felsnadel Dun Briste waren sehr beeindruckend, aber auch nicht ohne. Sie waren nicht durch Zäune gesichert und der SEHR starke Wind kam von der Landseite und drückte einem ganz schön in den Rücken und zerzauste einem die Haare, dass ich wie so ein kleiner Troll aussah. Aber nur frisurtechnisch. Also waren wir äußerst vorsichtig und genossen die spektakuläre Aussicht im nötigen Abstand. Im zweiten Weltkrieg wurde hier aus Steinen ein großes EIRE ausgelegt, das auch heute noch zu erkennen ist. In den windgeschützten Seiten der hohen Klippen nisteten Tausende Seevögel aller möglichen Arten und spektakelten lautstark um die Wette. Oben saßen todesmutige Angler am Klippenrand, die ihre langen Leinen mit Wucht hinaus und hinunter schleuderten und tatsächlich knapp 30cm lange Makrelen fingen. Nachdem wir da oben ordentlich durchgepustet worden waren, fuhren wir jetzt stramm durch zur Unterkunft.
Das kleine Häuschen steht auf einem Bauernhof, etwas hinter den Gebäuden, eingesäumt von Weiden und ist richtig schnuckelig. Wir werden sehr freundlich von John begrüßt und er empfiehlt uns den Pub “An Craoibhin”. Dort lassen wir uns den hauseigenen Burger schmecken und kullern dann pappesatt zurück, wo noch eine Überraschung wartete. John hat zwei Rescue-Esel namens Huckleberry und Finn, die er seit 15 Jahren auf dem Hof hat. Wir können nicht erahnen, was die beiden süßen Esel als Jungtiere erdulden mussten, denn sie sind immer noch sehr zurückhaltend gegenüber Menschen. Kathy durfte die Beiden zu ihrer grenzenlosen Freude mit Äpfeln füttern. Morgen auch nochmal. Jetzt ist aber das Ende des Tages erreicht. Kathy schaut ihre Serie und ich tippe den Text hier zusammen.
In diesem Sinne.
Gute Nacht
Kai
Tag 10 - Sonntag 24. Mai 2026

Heute war der “Tag der kalten Dusche” Warum? Weil heute morgen absolut kein Glück mit dem warmen Wasser hatten. Kai probierte zuerst in unserer Hobbit Höhle zu duschen und nach kurzer Zeit hörte ich ihn brüllen: So eine Scheiße! Entweder es ist arschkalt oder man wird gekocht!
Oh weia, wenn der Mister morgens keine Dusche bekommt, dann ist die Laune im Poppes, bitte nicht noch so ein Tag wie der mit dem nicht enden wollenden Regen… Das hatte seine Zeit gedauert, bis die Mundwinkel sich wieder nach oben schoben.
Mein Versuch scheiterte auch, genau in dem Moment, als ich mich in Sicherheit wähnte und die Haare eingeschäumt hatte, war die Temperatur so, dass auch Eiswürfel aus dem Duschkopf kommen könnten. Talking about trust issues….
Kopf runter und durch, nur keinen Brainfrost riskieren.
Der Tag ist auf jeden Fall sehr erfrischend
Wir haben John Bescheid gegeben und er hat uns später versprochen, dass wir morgen im Haus duschen können, er lässt uns die grüne Tür auf. Herrlich, wie sicher hier einfach alles ist, nicht das erste Mal, dass wir gesagt bekommen: Die Tür ist auf, oder lass einfach auf.
Entgegen unserer Pläne zu den Slieve League Klippen zu fahren, die von der nächsten Unterkunft tatsächlich besser zu erreichen sind, hatten wir uns am Vorabend ausgiebig mit dem Ordner beschäftigt, welcher von unserem Host so liebevoll zusammengestellt wurde, und entschieden, den Tag hier in der Region zu verbringen.
So ging es zuerst zu den Keshcorran Caves - die Höhlen liegen am Berg auf ca. 40-50 Höhenmetern und sind nur über einen sehr steilen Anstieg zu erreichen. Hier suchten schon vor tausenden von Jahren Menschen Zuflucht vor Wind und Wetter, heute sind es eher die Schafe, welche auf den Wiesen drum herum weiden und die Höhlen als Großraumtoilette nutzen.
Die Aussicht von hier ist jedenfalls genial und Kai hatte natürlich Mozzie dabei und sie brummte auch schon ganz aufgeregt in ihrer Tasche und wollte fliegen. Jedoch waren hier schon zwei Drohnen in der Luft, dass wir erstmal warteten bis der Kamikazeflieger landete. Ziemlich unsanft knatterte das filigrane Gerät auf den unebenen Boden und wurde nur mit einem “That’s ok!” vom Piloten kommentiert, was wir mit großen Augen ungläubig betrachteten.
Mit dem anderen Piloten nebst Co-Pilotin unterhielten wir uns eine ganze Weile. Ein nettes Pärchen, auch aus Deutschland, ebenfalls auf Rundreise durch Irland mit der gleichen Drohne.
Nach erfolgreicher Landung seiner Drohne, durfte Mozzie in die Luft, jedoch war Kai erstmal vorsichtig, da der Wind hier oben ganz schön Kraft hatte und sie nicht unbedingt gleich gegen die Felsmauer krachen sollte. Trotzdem haben wir ein paar schöne Aufnahmen für den Reisefilm Irland und krakselten noch ein wenig rum, bevor wir wieder runter stiegen.
Das Wetter war herrlich warm geworden und wir genossen es endlich ohne ständiges: Regenjacke an, Regenjacke aus, Pullover an, Pullover aus.
Dem guten Wetter vertrauend machten wir uns auf den Weg zum Bricklieve Mountain, oben auf dem Berg gibt es die Megalitihic Tombs, welche die Kelten vor ca. 6-8 tausend Jahren gebaut haben, ganz schön verrückt, was sie damals alles auf den Berg gekarrt haben, um näher am Himmel zu sein. Wir jedenfalls parkten wir die braven Deutschen halt so sind am ausgeschilderten Car Park und liefen die ca. 3km hin und wieder zurück, während andere die Weidegatter öffneten und mit dem Auto bequem bis ganz nach oben fuhren.
Nach so vielen Tagen im Auto und nicht ganz so viel Zeit draußen, wie wir es uns gewünscht hätten, tat die Bewegung richtig gut. Die trägen Muskeln mussten nur erstmal wieder wach werden, das ging dann aber ganz flott, weil es strack bergan ging und dann über Grasstufen, die immer wieder rutschig waren, steil nach oben zu den Gräbern ging.
Schon beeindruckend, an solchen Stellen zu stehen, die hier seit Jahrtausenden erhalten blieben. Was sie wohl alles erlebt haben, wer hier in der Zeit alles gewesen ist und was sich wohl rund um diese Gräber alles abgespielt hat? Wir werden es vermutlich nie erfahren.
Nachdem wir alles ausgiebig erkundet haben und ich Kai am Hosenbein aus den Gräbern gezogen habe, kletterten wir zurück nach unten und schlenderten den Weg entlang zum Auto.
Wieder zurück im Ort stand das Ballinafad Castle auf dem Programm, an dem sind wir zuerst strack vorbeigefahren sind, da es in der hinterletzten Ecke eingezäunt stand. Der Zaun hielt uns jetzt nicht davon ab, einmal um die Ruine herum zu gehen. Mein Kopf fängt immer an, sich vorzustellen, wer hier gelebt hat und wie es war dort zu wohnen, warum es nun verfallen ist und und und. Darüber habe ich mir Gedanken gemacht, als ich im Gras lag und Kai dabei beobachtet habe, wie er Mozzie um die Ruine fliegen ließ, mit glücklichem Grinsen im Gesicht - die kalte Dusche war vergessen.
Nachdem wir uns was zu Essen und das erste Eis der Reise im Tankstellen-Supermarkt (das ist hier irgendwie so ein Ding) geholt hatten, ging es in die Boyle Abbey. Wir mussten ja noch mal unsere Heritage Cards nutzen, denn die meisten OPW Sehenswürdigkeiten, die wir uns bisher angeschaut hatten, waren kostenfrei, doch das konnte man ja nicht ahnen.
Ein beeindruckendes Gebäude, zu dem Kai bestimmt noch mehr erzählen kann. Ich hab mein Eis gegessen, die Sonne genossen und mich umgeschaut, während Kai jede Infotafel in sich aufsog. Auch gut, so kann er mir anschließend erklären, was drauf stand und auch alles, was er sonst noch so dazu weiß. 1000 mal besser als der langweilige Geschichtsunterricht damals in der Schule.
Zum Abschluss des tollen Tages ging es noch zum Lough Key Park, mit einem “kleinen Schreck” auf dem Weg dahin, als ich nur so zum Spaß die Skoda App öffnete um zu schauen, ob unser Autochen noch in der Einfahrt steht, als das GPS mit sagte, dass der Standort nicht ermittelt werden könne, da das Auto in Bewegung sei. Äh bitte was? Ich hab dann mal Maria angeschrieben, ob unser Auto noch da wäre, was sie für den Morgen bejahte, aber jetzt umdisponiert, die Jungs füttert und mal nachsieht. Sie ist einfach die Beste. Und ein paar Minuten später hatten wir ein Foto unserer Black Widow, genau da wo wir sie haben stehen lassen.
Ich geb zu, das war mir im Nachhinein unangenehm, dass sich so panisch war. Ginge es nach Kai, müsste ich die App löschen, aber nö. Einfach nö.
Erleichtert haben wir eine Runde durch den Park gedreht - also ich war erleichtert und Kai amüsiert… - um uns dann aus den Bauzäunen zu kämpfen, die bereits für ein Musikfestival in naher Zukunft aufgebaut wurden. Zum Glück fanden wir ein Element des Zauns, dass wir rausnehmen und hindurch schlüpfen konnten ohne komplett zurücklaufen zu müssen. Ein schöner Park, mit Ziplining, Bootsverleih und jeder Menge Platz für Outdooraktivitäten. Echt toll und bei dem Wetter natürlich auch gut frequentiert.
Wir hatten beide keinen Hunger auf Abendessen, aber wir stockten noch mal unsere Vorräte auf und düsten dann zur Unterkunft.
Die kleine Hobbithöhle hatte sich richtig übel aufgeheizt, wir ließen erstmal alles durchlüften und genossen die Abendstimmung auf der Porch, als John rüber kam und sich erkundigte, wie unser Tag war. Ihn hatte es richtig gefreut, dass wir seinen Vorschlägen gefolgt waren und ihn hatte der spinnende Boiler sichtlich geärgert. Naja, shit happens, morgen früh können wir ja duschen.
Dann geht es weiter Richtung Norden ins County Donegal, aber erstmal lassen wir uns im Backofen schön durch backen.
Bis denn!
Cheers,
Kathy
Tag 11 - Montag 25. Mai 2026

Den Tag starteten wir mit einer tollen Dusche im Haus und anschließendem Frühstück, bevor wir unsere 7 Sachen packten und es weiterging.
Wir düsten bis Sligo strack hoch, und fuhren einmal durch, weil es ja toll sein können, aber: Stadt halt! Nix für uns. Aber kurz hinter der Stadt liegt der Rosses Point, scheinbar ein sehr beliebter Urlaubsort mit hübschen Häuschen und einem schönen Strand.
Wir erkoren diesen für unser Mittagessen aus und anschließend ließ Kai die Drohnen steigen, was jedoch fast in einem Desaster endete, denn gleich drei Möwen stürzten sich lautstark schimpfend auf unsere kleine Mozzie und attackierten sie von allen Seiten. Also strack in den Sinkflug und auf meiner Hand gelandet. Puh war knapp.
Hier soll es den Tafelberg Irlands geben, den Ben Bulben, da mussten wir natürlich hin! Und der Hügel war bereits aus der Ferne zu sehen. Wirklich beeindruckend und nicht weit abseits der Route. Also hin dort und erstmal ganz dekadent auf den Busparkplatz gestellt, denn der war im Schatten. Den Autoparkplatz weiter oben haben wir erst überhaupt nicht gesehen, parkten dann aber auch nicht mehr um, war ja alles in der prallen Sonne.
Wir gingen ein paar Kilometer den Ben Bulben Forest Walk entlang, aber eigentlich suchten wir eher einen Spot für gute Fotos des tollen Bergs und um die Drohne fliegen zu lassen. Beides klappte hervorragend und wir tuckerten weiter, als Kai in der Ferne Richtung Küste ein Schloss entdeckte, welches er angucken wollte. Zum Schloss kamen wir nicht, aber alter Schwede, die Klippen, die wir stattdessen gefunden haben, waren wunderschön! Wir haben es immer noch nicht bereut, dass wir die Cliffs of Moher geskippt haben und stattdessen jede Menge andere Dinge gesehen haben. Es gibt so viele tolle Klippen ohne Menschenmassen und Ordner und Mauern, das ist so viel schöner. Und Mozzie durfte auch hier wieder ihre Nase, äh ihren Gimbal in den Wind halten :) und uns schöne Aufnahmen bescheren.
Auch wenn wir hier noch Stunden hätten sitzen können, die Zeit war gegen uns und wir mussten ein paar Meter machen. Und so kam ich auf der Raststätte zu meinem ersten Ironbru. Ein schottischer Energiedrink, an den ich mich in Schottland nicht ran getraut hatte. In der Zwischenzeit hatte die liebe Nicole mir aber berichtet, wie es schmeckt und so nahm ich all meinen Mut zusammen und… war gar nicht so schlecht!
Zu unserer Unterkunft führte uns wieder eine kleine schmale Straße in ein kleines Tal, das uns sofort ans Auenland erinnerte. Und die Woodcutters Cabin war bisher die schönste Unterkunft der Reise.
Ein kleines Haus im Grünen mit Schafen ausgestattet mit allem was man brauchte. Und wir brauchten gerade eine Waschmaschine, wir wollten ja nicht die Unterhosen von letzter Woche wenden und nochmal anziehen, so verlottert waren wir noch nicht, obwohl Kais Bart schon wieder den kanadischen Sasquash erahnen ließ. Aber nur fast.
In der Zwischenzeit suchten wir uns ein Restaurant, die Wahl fiel schnell auf ein indisches Restaurant, wo es fantastisches Essen gab und wir die Doppelgängerin unserer Freundin Ali trafen. Der Wahnsinn, sie redet und sieht aus wie sie. Verrückt.
Ein weiterer toller Abend, an dem wir glücklich, zufrieden und satt in die bequemen Federn fielen.
Cheers,
Kathy
Tag 12 - Dienstag 26. Mai 2026

Wir wollten mal wieder ausschlafen. Ja… Kai schlief aus. Ich war wieder um 7 Uhr wach und munter (8 Uhr zu Hause, normale Zeit für mich am Wochenende, Dank seniler Bettflucht.
Mit einem Kaffee bewaffnet setzte ich mich auf die Couch und genoss die tolle Aussicht ins Grüne, Da könnte ich mich dran gewöhnen. Noch einen Podcast dazu, perfekter Morgen.
Gegen 8 kam Kai aus den Federn gekrochen mit der üblichen Frage:
Wie lange bist du denn schon wach?
Och, weißt du… ne halbe Podcastlänge.
Als er duschen war, habe ich Besuch bekommen. Eine kleine Katze schaute mich erst skeptisch an und wollte sich schon auf und davon machen, aber dann war sie doch mutig und ließ sich kraulen und schlug vor Begeisterung Purzelbäume auf dem Boden. Kann ich sie mitnehmen, bitte? Nein, natürlich bleibt sie hier.
Nach dem gemütlichen Frühstück ging es zum Donegal Castle, wo wir zwar mit unserer Karte mal wieder “gratis” Eintritt hatten, jedoch der Besuch beinahe an der Parkgebühr mangels Kleingeld scheiterte. Mit Hilfe der Anwaltskanzlei neben unserem Auto konnten wir das Hindernis überwinden und bekamen sogar einen halben Euro geschenkt, eine Stunde für das kleine Schloss sollte reichen. Ich bot als Dank einen Muffin an, wurde aber lächelnd und dankend abgelehnt. Na gut.
Das Schloss war eine Mischung aus Trümmern und gut erhaltenem Teil, wo ich mir erstmal ordentlich die Birne an der niedrigen Tür trotz Warnung einhaute, aber das sollte für heute nur der Anfang sein.
Auf der Weiterfahrt erinnerte uns die Landschaft unfassbar an die Drakensberge in Südafrika und die Aussicht war auch eine Wiedergutmachung, dafür, dass Connemara so trüb war. Einfach beeindruckend, wie die Hügel durch die Landschaft rollten und dabei so wunderschön waren.
Da die Stimmung schon so afrkanisch war, gabs dann im Supermarkt eine Tüte Biltong, die tatsächlich neben dem Beef Jerky hing, also musste das auch noch mit.
Noch ein kleiner Stopp an einem Fischereihafen, wo wir uns die großen Fischtrawler aus der Nähe ansehen wollten, und dann erreichten wir unser heutiges Tagesziel: Die Klippen von Slieve League.
Vom Parkplatz sind es ca. 2 km bis hoch zum Aussichtspunkt, die paar Euro für den Shuttle sparten wir aber und gingen lieber zu Fuß, bei dem schönen Wetter in der Umgebung. What can possibly go wrong…. dacht ich mir noch, als ich mich auf halber Strecke des Weges nach einem Bus umschaute, und dabei auf der Teerkante umknickte und mit Vollgas in den Schotter fiel/rutschte…die Kamera flog weg und alles was ich in dem Moment im Kopf hatte war: Kai checkt die Kamera! Er meinte, das ist ihm grad scheiß egal und ich war echt wütend. Knie blutig, Hand blutig, Unterarm aufgeschürft, aber das Wichtigste war die Kamera. Der Rest heilt. Klamotten und Tattoos waren auch noch ganz.
Da saß ich dann erstmal ‘nen Moment und hab mich wieder gefangen. Verdammter Mist, da ist ordentlich Dreck in meiner Hand, das kann da nicht drin bleiben. Kai wollte schon zurücklaufen. Ne Alter, ich bin schon fast oben, ich geh doch jetzt nicht wieder runter, nur weil ich zu doof zum geradeaus laufen bin. Da lief ein kleiner Bach den Hang runter, keine Ahnung, ob das schon unter Wasserfall zählt? (Nein, tut es nicht. Das nennt sich Dröbbelbach!) Jedenfalls hab ich mich da erstmal vom groben Dreck befreit, jetzt war ich nur verkratzt und blutig, aber nicht mehr dreckig - wenigstens was. Genug geheult, weiter, naufi auf den Berg. Und was soll ich sagen? Die Aussicht war die Strapazen wert. Da oben stand sogar ein kleiner Wagen mit Eis und kalten Getränken (mit Kartengerät #justsaying). Für Kai gabs ne kalte Kohle und für mich Iced Latte mit extra Eiswürfeln zum Kühlen, denn die Schrammen auf dem leichten Sonnenbrand waren schon etwas unangenehm.
Eine unfassbare Aussicht auf die wunderschönen Klippen und wenn man will, kann man auch noch auf den nächsten Gipfel hochsteigen, das hab ich mir dann aber heute mal geschenkt, und Kai auch. Außerdem waren wir auch etwas knapp in der Zeit, denn die Hälfte des Parktickets war schon rum, und ich musste für den Rückweg ebenfalls diverse Stunts einplanen, die den Rückweg ggf. verlängern könnten, just in case. Wenn man es gemütlich angehen lassen will und eventuell auch noch auf den Berg hoch will, sollte man statt 10 Euro Parkgebühr für 2 Stunden, gleich die 15 Euro für den ganzen Tag bezahlen.
Zu meiner grenzenlosen Überraschung schaffte ich es in einem Stück nach unten und Kai konnte unterwegs die kleine Mozzie nochmal kreisen lassen, ebenfalls ohne Zwischenfälle wie Möwen und sowas.
Im Visitor Center konnte ich mich dann erstmal sauber machen und ein Souvenir für unsere Katzensitterin ergattern. Eine schwarze Katze empfand ich sehr passend.
Rückzu hielten wir noch an einem Aussichtspunkt, wo wir wieder auf einen Familie trafen, die wir bereits an den Klippen gesehen hatten und die noch öfter unseren Weg kreuzen würde, wir machten ein paar Bilder runter ins Tal und verabredeten uns im Scherz am nächsten Punkt, einem wunderschönen Strand, der aber so lang und weitläufig war, dass wir uns da natürlich nicht trafen. Für mich ging es wenigstens bis zu den Knien ins Wasser, den Badeanzug packte ich enttäuscht wieder zurück in den Rucksack als mir auf halbem Weg in die Umkleide einfiel, dass mir am Arm teilweise die erste Hautschicht fehlt, das in Kombination mit Salzwasser, hm… nicht ganz so optimal.
Ich hab dann vom Wasser aus zugesehen, wie Kai mit Mozzie zugange war und hab die Abendstimmung genossen.
Essen gabs dann noch unterwegs im McCafferty's, eine etwas dubiose Lasagne (so nach dem Motto, jemand hat Lasagne beschrieben bekommen und versucht es dann selber…) für mich und Nachos mit Pulled Pork und Käse überbacken für Kai.
Zurück im Häuschen habe ich noch versucht, den Sundowner im Zeitraffer aufnehmen zu lassen, bevor wir in die Federn fielen.
Nighty Night.
Cheers,
Kathy
Tag 13 - Mittwoch 27. Mai 2026
Happy Birthday Bianka!

Crossing the Line into UK
Heute morgen geht es nach dem Frühstück wieder los. Wir verabschieden uns von dem schönen Häuschen und dem “Auenland” und fahren heute nach Nordirland, oder wie die Iren sagen, die Six Counties.
Aber zuerst geht es nach Norden, denn wir wollen uns den Glenveagh Nationalpark anschauen. Die Fahrt führt schon durch schöne raue hügelige Landschaft, aber noch kein Nationalpark. Dort angekommen suchen wir einen Parkplatz und entscheiden uns spontan zwei, recht abgerockte, E-Bikes zu mieten und den Park auf zwei Rädern zu erkunden. Wir radeln entlang des Lough Beagh erstmal bis zum Glenveagh Castle, wo wir uns umsehen, aber nicht reingehen, denn wir wollen bei dem schönen Wetter radeln. Vom Schloß aus, fahren wir das Glenbeagh entlang bis wir mit zahlreichen Stopps bei 9 Kilometern Radelei bergauf, vom Motor unterstützt, kehrt machen und langsam zurück kullern, denn nach dem Ausflug hier, steht noch Programm an. Im Visitor Centre ergattern wir eine schöne Irland-Karte, die es tatsächlich heil in den Taunus schafft. Über Letterkenny, eine weitere Stadt, die wir nur kurz durchführen, weil Stadt eben und nicht schön, ging es bis nach Burt. Ja, heisst wirklich so, zumindest auf Englisch. Auf Gälisch heißt der Ort An Bheart. Hier schauen wir uns den Grianan of Aileach an, ein steinernes Ringfort auf einem Hügel, das schon teilweise 1.700 v. Chr. von Tuatha de Danann, einem Eroberer, der noch vor den Kelten Irland eroberte. Neben der strategischen Lage, war es vor allem auch ein heiliger Ort und ein Grabmonument für seinen Sohn. Das beeindruckende runde Bauwerk ist zum größten Teil ohne Mörtel gebaut und setzt sich aus drei Ringen in verschiedenen Höhen zusammen. Der Legende nach schlafen Riesen rund um das Fort und werden erwachen, sollte ein mythisches Schwert von hier entfernt werden. Ob es wahr ist? Wer weiß das schon. Auf jeden Fall hat man eine wunderbare Rundumsicht auf das umliegende Land.
Zurück auf der Hauptstrasse hielten wir kurz an einer Metallstatue, die einen Keltenkrieger zeigt. Eigentlich sollte hier auch ein Visitor Centre sein, das die Geschichte des Ringforts erklärt, aber das hatte gerade Urlaub und war wahrscheinlich in Schottland.
Die “Grenze” zwischen der Republik Irland und Nordirland markiert heute nur ein banales Schild, das “angepasst” wurde. “Welcome to occupied Ireland” steht drauf. Niemand ändert es, oder es gibt sehr viele dieser Aufkleber. Ab hier ist aufpassen angesagt, da die Geschwindigkeit in mph statt km/h angegeben wird. Aber wir haben den Dreh schnell raus.
Generell ist Nordirland dichter besiedelt, zumindest haben wir den Eindruck, nachdem wir über eine Woche den Wild Atlantic Way entlang gefahren sind. Und man fühlt sich wie in England. Klingt komisch, ist aber so. Derry, oder hier Londonderry genannt, ist…auch nicht schön. Katja kriegt einen Schreck, als sie statt der aktuellen Info, dass die gleichen Mobilfunkpreise wie zu Hause gelten, die Nachricht des kanadischen Anbieters von Nova Scotia liest! ;-)
Das nächste Ziel ist eine große Holzfigur, einer von vieren hier in der Gegend, der sogenannte “Stargazer Giant”, der auf einer Waldlichtung knie und einen heiligen Gegenstand oder was Ähnliches zu den Sternen, in unserem Fall der warmen hellen Sonne streckt. Eine sehr schöne Arbeit, die uns gut gefällt. Ein Stück weiter halten wir an den Beaghmore Stone Circles, Cairns and Alignments. Unerwartet tauchten sie am Weg auf. Klar wird da gehalten. Mal sehen, was hier so aus summenden Steinen gekraucht kommt, gell. Das Ganze sind mehrere, teils ineinander greifende, teils von weit nach eng gehende Steinkreise aus kleinen bis großen Steinen. Die Cairns und die Alignments (was immer das ist), liegen außer Sicht und wir gucken auch nicht nach. Dann fahren wir durch bis zu unserer großen und geräumigen Unterkunft für die nächsten zwei Nächte. Ein ganzes, sehr schön eingerichtetes Appartment und endlich mal mit einem vernünftig großen Bett, wo man sich ausstrecken kann, in alle Richtungen, ohne rauszufallen. Queen Size Beds sind nicht unsere Favoriten. Wir richten uns ein und fahren dann nach Magherafelt, wo wir in der sehr gemütlichen und schönen “Mary’s Bar” jeder einen sehr guten Burger futtern. Draußen werden Pfund vom Geldspender geholt. Nordirische Pfund. Die müssen alle werden, weil die sonst keiner tauscht. Spoiler, kein Problem!
Zurück in der Unterkunft genießen wir die Ruhe, Raumgröße und kippen dann in die Betten. Morgen geht’s zur Strasse der Riesen und wir freuen uns!
Gut’s Nächtle!
Kai
Tag 14 - Donnerstag 28. Mai 2026

Die Küste Nordirlands
Die erste Tat des Tages war uns einzuchecken, damit wir nebeneinander im Air Lingus Bomber sitzen. Hat geklappt. Nach Kaffee/O-Saft und duschen ging’s dann los, denn heute haben wir ein große Tour entlang der nordirischen Küste geplant, mit dem Highlight Giant’s Causeway, eines meiner persönlichen Highlights der Reise.
Der erste Stopp sind zwei weitere Giant’s aus Holz, nachdem wir gestern schon den Stargazer Giant angeschaut haben. Hier sind es die Storyteller Giants, von denen einer dem anderen eine Geschichte erzählt und in den Himmel zeigt. Wir frühstückten hier und lauschten der stillen Geschichte aus vergangenen Zeiten. Es gibt noch den Guardian Giant, aber der liegt zu weit ab vom Schuss, den lassen wir aus.
Danach fuhren wir stetig gen Norden bis zum Benone Beach, einem sehr langen, sehr breiten und vor allem SEHR windigen Sandstrand, wo man mit dem Auto direkt bis auf den Strand fahren konnte. Das ließen wir tunlichst sein, denn wir hatten keine Lust hier fest zu stecken mit unserer kleinen Möhre von Auto.. Also wurden wir zu Fuß sandgestrahlt und ordentlich durchgepustet. Trotzdem war die Aussicht sehr schön und das Wetter wieder großartig. Von hier sah man auch schon den Mussenden Temple auf den Klippen über dem kilometerlangen Strand. Der wird der nächste Stopp auf der Runde sein. Entlang der Küste fuhren wir durch den kleinen Ort Downhill, die Straße zu den erhöhten Klippen hoch und durch das Lion’s Gate auf einen teuren Parkplatz, wo wir ums Verrecken kein Ticket bekamen. Also wieder ins Auto und zurück nach Downhill und von da unten den Mussenden Temple bewundert. So sieht den auch meistens auf Bildern online. Kathy hat es zum Glück gereicht, denn sie wollte da gerne hin, aber es scheiterte an der sperrigen Technik Nordirlands. Und wehe, die schicken uns ein Ticket für die zehn Minuten Rumprobiererei!
Wir fuhren durch mehrere kleine und größere Orte, bis wir am White Rocks Beach an einem Viewpoint stoppten und die wunderbare Aussicht auf die weißen Kalksteinklippen unter uns und die Skerries Islands knapp vor der Küste genossen. Die Küste nach Osten entlang, sah man die immer noch eindrucksvollen Ruinen von Dunluce Castle, das übrigens die Inspiration für die Festung Pyke aus Game of Thrones war. In der Serie ist diese Festung auch arg…baufällig, wacklig…sowas in der Richtung?
Dann ging es auf die Causeway Road, die direkt zum Visitor Centre führte und meine Fresse, war hier nicht nur ein Bär los, sondern gleich alle Bären Alaskas zusammen! Busse, Autos, Motorräder, alles wollte da hin und blockierte sich dabei fröhlich gegenseitig. Nach knapp zwei Wochen ohne nennenswertes Menschenaufkommen, waren das hier verdammt viele Menschen für unsere Geschmäcker, die sich ein paar Basaltsäulen anschauen wollen. Okay, wir auch, aber ist ja auch was Anderes, gell! Wir bekamen bei dem Geknäule tatsächlich einen Parkplatz und gingen dann ins Visitor Centre, holten unsere Tickets und sind dann so schnell wie möglich wieder raus an die frische Luft.
Zum Causeway führt ein schöner Spaziergang entlang der zerklüfteten Lavaküste, den wir natürlich bei dem schönen Wetter wählten, statt als Sardine in den Bussen zu stecken.
Schon in der ersten kleinen Bucht, der “Bay of the cow”, in der tatsächlich zwei Kühe grasten, sieht man beeindruckende Lava- und Felsformationen. Eine hieß das Kamel. Warum heißt die Bucht dann nicht Bay of the Camel? Man weiß es net.
Der eigentliche Causeway ist dann eine ganz andere Nummer. Abertausende Basaltsäulen laden zum Klettern und Erkunden ein, was wir neben den zahllosen anderen Menschen hier auch taten. Aber wie fast überall, je weiter man vom Start weg geht, desto ruhiger und leerer wird es. So konnten wir dann auch hier in Ruhe die ganz spezielle Landschaft bewundern. Auf der anderen Seite der nächsten kleinen Bucht sind Felsformationen, die wie natürliche Schornsteine anmuten. Der Legende nach heißt es, wenn diese rauchen, ist der Riese zu Hause. Schwer beeindruckt von der bizarren Landschaft, gingen wir langsam wieder zurück zum Visitor Centre, wo noch Souvenirs dran glauben mussten. Da der Nachmittag schon recht vorgerückt war, tuckerten wir jetzt wieder in Richtung Unterkunft. Aber nicht, ohne vorher bei den Dark Hedges zu halten, einem weiteren Drehort von Game of Thrones, Stopp zu machen. Aber nicht auf dem Parkplatz, der wieder Geld kosten sollte (Ist so ein Ding in Irland, blechen fürs Parken, selbst am Ar… der Welt), sondern direkt auf der für die Durchfahrt gesperrte Strasse. Von Parkverbot steht da nix!
Wenn man die Szene aus der Serie vor Augen hat, erkennt an es direkt, aber diese Allee mit großen verdreht wachsenden Bäumen ist auch so sehr beeindruckend. Nach Fotos und Videos ging es zurück nach Magherafelt und noch einmal in “Mary’s Bar”, wo es uns gestern schon so gut geschmeckt hatte. Kathy genoss nochmal den gleichen Burger, der heute aber ganz anders aussah und ich zwei Fish Cakes und Chicken Wings. Beides auch sehr gut.
Im Quartier ging dann das große Aus-, Um- und Eingepacke los. Alles soweit fertig machen, das wir morgen nur noch das Nötigste brauchen. Dabei wollten wir uns “The quiet Man” anschauen, aber es scheiterte am irischen Akzent von Maureen O’Hara und John Wayne und dem Geraschel beim Umpacken, das wir es sein ließen. Mal auf deutsch schauen bei Gelegenheit. Müde fielen wir in die Betten. Um 6 Uhr wird der Wecker scheppern für den Marathontag. Aber hey, der wird richtig gut werden!
Gut’s Nächtle!
Kai
Tag 15 - Freitag 29. Mai 2026 + Tag 16 - Samstag 30. Mai 2026

Heute war früh aufstehen angesagt und es würde ein seeeehr langer Tag werden, da wir uns spontan entschlossen, die letzte Unterkunft nur als Boxenstopp zu nutzen. Wir würden uns da frisch machen, die letzten Sachen sortieren und dann abends das Auto abgeben und direkt am Flughafen bleiben, da das Boarding schon um 6 Uhr ist und alles andere viel zu aufwendig werden würde.
Aber zuerst fahren wir von der schönen Unterkunft nach Belfast, denn heute warten gleich zwei ganze große Dinger auf uns, auch wenn es jetzt noch nicht so ganz feststeht. Wir haben Tickets vorbestellt für die Titanic Experience und darauf freuen wir uns schon mächtig. In Belfast machen wir einen kurzen Stopp am Belfast Castle, das noch geschlossen ist. Ich schau nur ins Foyer und scheuch die Putzleute auf, die mich ganz erschrocken fragen, was ich will. Nix, tschüss, weitermachen.
Dann fahren wir direkt in die Docks, wo am Anfang der alten Slipways der Titanic und ihrem Schwesterschiff, der Olympic das Titanic Museum steht. Ein Bau, der aussieht wie vier mal der Bug der gewaltigen Schiffe verbunden durch ein zentrales Gebäude. Schon mal ein sehr interessanter Bau. Drinnen stärkten wir uns erstmal im Cafe, klärten ab, wo wir danach unsere Bücher bekommen, die es zu den Tickets buchbar dazu gibt und dann ging’s los.
Ich könnte jetzt das Museum in allen Einzelheiten beschreiben, ohne ihm im Ansatz gerecht zu werden, aber viel zu viel zu verraten, was man selber erleben sollte.
Deswegen Eindrücke.
Die Titanic war das Schiff der Träume. Nicht nur für die Passagiere, die sich auf bisher unerreichten Luxus in der 1. Klasse und unbekannten Komfort selbst in der 3. Klasse freuten, Auswanderer die sich auf neue Ufer und ein neues Leben freuten. Auch für die Planer und Designer, die so etwas Gewaltiges noch nicht mal ansatzweise versucht hatten und ganz neue Wege gehen mussten, um die Pläne zu erstellen. Für die Werft Harland & Wolff, die extra dafür umgebaut und erweitert wurde, um das Megaprojekt überhaupt zu ermöglichen. Der gewaltige Stolz aller Arbeiter, die am Bau beteiligt waren und jeden Tag sahen, wie das Schiff größer und größer wurde. Für die Offiziere und Crew, die sich auf die Jungfernfahrt auf dem neuen Schiff der White Star Line freuten und dafür extra das Schiff wechselten um bei der historischen Fahrt dabei zu sein. Für ganz Belfast, das stolz war, darauf die größten Schiffe der Welt zu bauen.
Die Ausstellung beeindruckt in jeder Facette. Sie packt einen und lässt einen beinahe am Bau mitfiebern, am Enthusiasmus einer ganzen Nation, an der pompösen Schiffstaufe und Stapellauf, am Rausch der ruhigen und schnellen Fahrt und dann….steht man vor einer großen Wand auf der alle Namen der Opfer verewigt sind. Das ist nach der bisherigen Ausstellung wie ein Schlag in den Magen und man steht erstmal völlig perplex davor und starrt die Namen an, die das Ganze plötzlich viel greifbarer und persönlicher machen.
Aber hier war noch nicht Ende. Es geht auch um die Aufarbeitung, wie die Katastrophe zu DER Schiffskatastrophe der Geschichte wurde, dem Lernen aus Fehlern und Versagen von Mensch und Material und natürlich die Jahrzehntelange Suche nach dem Wreck in der ewigen Finsternis der Tiefsee und ihre Entdeckung durch Robert Ballard’s Team.
Am Ende wartet nochmal ein besonderer Raum, wo das “Leben” der Titanic noch einmal in Collagen, untermalt von passender Musik und den Träumen der Passagiere und ihre Freude auf die Zukunft, läuft. Am Ende bleiben dann verwehte Träume und die Stille der Tiefsee, wenn man auf einer großen Glasplatte steht und unter einem das Wrack, so wie es von den Entdeckern gefilmt wurde, stumm vorbeizieht.
Das Museum ist absolut fantastisch und man kann es nur empfehlen. Wenn Ihr nach Belfast kommt…geht hin!
Natürlich musste danach noch der Gift Shop dran glauben. Draußen sahen wir uns noch kurz die “S.S. Nomadic”, das letzte verbliebene Schiff der White Star Line an, welches im Vergleich zu dem Riesentrio wie ein Beiboot wirkt.
Da der Tag noch jung war und wir noch VIEL Zeit hatten, fuhren wir jetzt zur “Game of Thrones” Studio Tour, wobei ich und im Stillen wohl auch Kathy etwas mißtrauisch waren, denn das Gebäude, das man bei Google Maps sieht und in dem das alles sein soll, ist a) auf einem Mall-Parkplatz und b) arg klein. Wie soll das funktionieren? Na gut, erstmal was zu beißen organisiert und dann sind wir hin. Das kleine Gebäude ist nur die Ticketstelle. Aha! Man fährt dann tatsächlich mit einem Shuttle-Bus knapp eine Viertelstunde zu den Linenmills Studios, wo 40% aller Szenen, hauptsächlich die Innenszenen gedreht wurden. Das Studio war früher eine Fabrik für Leinen, wo auch Leinen für die Titanic produziert wurde. Es die einzige offizielle Tour und das zurecht. Schon am Eingang prangt groß das Wappen der vier großen Häuser. Drinnen ging es nach ein paar Minuten Wartezeit und einem Audio-Guide, den sich Kathy holte auch direkt los. Der ist aber so umfangreich und lang, dass sie sich den später anhören wird. Zuerst bekommt man einen audiovisuellen Prolog, der einem Gänsehaut verschafft. Dazu verraten wir nichts, außer…DAS ist mal ein Einstand in eine Ausstellung! Wow!
Dann konnten wir allein, ohne Führung und völlig frei die großartige Ausstellung erkunden, die absolut beeindruckend ist. Im ersten Raum warten der Nachtkönig mit seinem Gefolge auf der einen Seite und Wildlinge samt dem verwundeten und laut hörbar atmenden Riesen Wun-Wun auf der anderen Seite. Mächtig beeindruckend geht es dann weiter. Es sind die originalen Sets, die auch beim Dreh verwendet wurden. Es werden die originalen Kostüme, Schmuck und Setausstattung und Waffen, die die Schauspieler auch tatsächlich getragen haben ausgestellt. Man bekommt einen wunderbaren Einblick in das Produktions- und Set Design, die hingebungsvolle Arbeit der zahllosen Mitarbeiter, die diese Mammutproduktion ermöglicht haben. Die Inspiration für die zahlreichen Orte und Bauten unter anderem in Nordirland. Wie der Ohrwurm-Soundtrack entstand, wie die Masken designt und hergestellt wurden. Die Tricks beim Dreh, die die brutalen Effekte so realistisch wirken lassen. Die aufwendige Technik hinter den genialen Special Effects und und und. Der krönende Abschluss ist der riesige Thronsaal im Red Keep von King’s Landing mit dem Eisernen Thron als Prunkstück und der Titelmelodie, die mal wuchtig mal leise spielt. Wir sind total begeistert und genauso begeistert geht es danach in den Gift Shop.
Zurück auf dem Parkplatz entschieden wir uns jetzt nach Dublin durch zu fahren und dort eine Pause einzulegen, evtl. duschen und dann abends erholt an den Flughafen zu fahren. Im Quartier angekommen, waren wir beide wenig angetan. Es war abgeranzt, schmutzig. incl. Bettwäsche, weswegen wir dort nur umpackten und dann direkt zum Flughafen fuhren. Ne, hier wollten wir nicht länger bleiben, geschweige denn duschen oder in dem Bett liegen, yuck!
Bei der Autovermietung gaben wir unseren Mazda nach 3.274 gefahrenen Kilometern wieder ab. Er hat uns treu um die Insel gefahren, wenn das Auto auch die eine oder andere Zickerei hat. Besonders das Entertainment System war…speziell. Aber mit einem Verbrauch von 5L/100km kann man wirklich nicht meckern. Mach’s gut Kleiner. Erhol Dich von den Straßen! ;-)
Per Shuttle ging’s zum Terminal 2, dem neueren der beiden Terminals, wo wir problemlos unser Gepäck einchecken konnten. See you in Mainhattan!
Leider können wir erst ab 3:30 Uhr durch die Sicherheit, weswegen wir uns ein,zwei, drei bequeme Plätzchen suchten, an dem dann endlich die Steckdose funktionierte und wir die Technik am Leben erhalten konnten. Damit wir hier sitzen konnten, zogen wir uns jeder einen Burger plus Pommes rein, aber nach den Burgern der letzten Tage, waren die enttäuschender Fast Food ohne Lieber. Na gut. Runter damit. Dann begann das laaange Warten. Kathy schrieb fleißig drei Tage hintereinander runter, während ich so vor mich hinsiechte. Als es dann endlich Viertel nach drei war, gingen wir hoch zur Security, wo wir beide als potentielle Drogenkuriere zum Test unserer Rucksäcke rausgezogen wurden. Die waren noch nicht ausgelastet die Leutchen. Sollen sie mal. Danach latschten wir ans Ende des Terminals, vorbei an den noch geschlossenen Souvenirshops. Hätte ich nicht schon die traditionelle Tasse in Kylemore Abbey gekauft, oh boy, was hätte ich mich geärgert!
Hier warteten wir hundemüde, bis wir endlich in den Flieger konnten und schlafen. Ich habe nicht mal den Start mitbekommen, ein Novum. Kathy schlief auch schon tief und fest. Kurz vor Frankfurt weckte und das charmante Gequäke aus dem Cockpit, das wir gleich landen. Und dann waren wir zurück. Nach Bus, Bahnen und Taxi waren wir endlich wieder bei unseren Fellnasen, die sich auch freuten.
Tja, das war’s. Unsere Irlandreise ist rum. Wir voller Eindrücke, Erinnerungen und toller Erlebnisse, die erst mal sacken müssen.
Ob die Iren mit uns Glück hatten? Na aber hallo! Was denn sonst.
Wir werden bestimmt irgendwann nochmal aufschlagen.
In diesem Sinne - Slán abhaile!
Und zu guter Letzt wie immer die Restaurants & Unterkünfte auf unserer Route
Dublin
Unterkunft: Appartement in Flughafennähe
Sehr sauberes Zimmer in ruhiger Wohngegend mit kostenfreien Parkmöglichkeiten und sehr nettem Host.
Sauberkeit: ★★★★★
Lage: ★★★★★
Komfort: ★★★★★
Ausstattung: ★★★★★
Restaurant(s): The Bloody Stream
★★★★★
Kai hatte einen Seafood Spice Bag und Kathy ging mit dem Beef Burger auf Nummer sicher.
Wexford
Unterkunft: Birch Lane Guest House
Sauberkeit: ★★★★★
Lage: ★★★★★ (wunderschön abseits)
Komfort: ★★★★★
Ausstattung: ★★★★★
Restaurant(s):
Forthside Bar Bistro★★★★★
Caesar Salad mit Cajun Chicken für Kai und Whitford Signature Oriental Chicken für Kathy
Jaspers ★★★★★
Seafood Chowder with Homemade Bread für uns beide
FulachtFiadhRestaurant ★★★☆☆
3 Sterne weil sie nett waren. Essen war Convenience und das Personal hatte keine Ahnung, was auf der Karte steht...
County Kerry
Unterkunft:
Sauberkeit: ★★★★★
Lage: ★★★★★
weeeeeit draußen, aber mitten im Ring of Kerry
Komfort: ★★★★★
es wurde an alles gedacht
Ausstattung: ★★★★★
TV und sowas gibt es nicht, brauchen wir aber auch nicht.
Restaurant(s):
Killarney GoodBoy
Bagels: Turkey für Kathy, Salmon für Kai
County Mayo
Unterkunft:
Sauberkeit: ★★★★★
Lage: ★★★★★
Komfort: ★★★★★
Ausstattung: ★★★★★
Restaurant(s):
Smash Burger für uns beide
Boyle
Unterkunft:
Sauberkeit: ★★★★★
Lage: ★★★★★
Komfort: ★★★★★
Ausstattung: ★★★★★
Restaurant(s):
An Craoibhin ★★★★★
Burger für uns beide
County Donegal
Unterkunft:
Sauberkeit: ★★★★★
Lage: ★★★★★
Komfort: ★★★★★
Ausstattung: ★★★★★
Restaurant(s):
The Paradise ★★★★★★★★★★
Sizzler für uns beide
McCafferty's ★★★★★
Nachos für Kai, Lasagne für Kathy
Mid Ulster (Nothern Ireland)
Unterkunft:
Sauberkeit: ★★★★★
Lage: ★★★★★
Komfort: ★★★★★
Ausstattung: ★★★★★
Restaurant(s):
Mary's Bar ★★★★★
Kathy Chili Cheese Burger
Kai Gourmet Burger
Dublin
Unterkunft:
Clearwater Appartement
Gruselig. Haben die Nacht am Flughafen verbracht.
Sauberkeit: ☆☆☆☆☆
Lage: ☆☆☆☆☆
Komfort: ☆☆☆☆☆
Ausstattung: ☆☆☆☆☆
Touren
Trinity College - Book of Kells ★★★★★
The Irish National Heritage Park ★★★★★
Titanic Experience ★★★★★
This is exactly how we imagine a great museum should be. The Titanic Experience is interactive, engaging, and incredibly well designed. Rather than simply reading information boards, you are taken on a journey through the history of the Titanic and Belfast's shipbuilding heritage using a variety of multimedia exhibits, immersive displays, and interactive elements. The exhibition is interesting from start to finish and never feels repetitive. Every section offers something new, making it easy to stay engaged for several hours. The combination of historical information, personal stories, and modern presentation creates a memorable experience that appeals to visitors of all ages. For us, it was one of the highlights of our trip. The Titanic Experience alone is absolutely worth a journey to Belfast, and we would highly recommend it to anyone visiting Northern Ireland.
Game of Thrones Studio Tour ★★★★★
We were a little sceptical at first when we found ourselves waiting for the shuttle bus in a supermarket car park. It didn't exactly feel like the start of an epic Game of Thrones experience. But the moment the introduction began, we were completely captivated. From there, the studio tour only got better and better. The exhibition is incredibly well presented, with an amazing level of detail in every costume, set, prop, and behind-the-scenes display. You can really feel the passion and craftsmanship that went into creating the series. Seeing the original sets up close and learning how the show was made was fascinating, even for fans who thought they already knew a lot about it. We left thoroughly impressed and inspired. In fact, as soon as we got home, we started watching Season 1 all over again. Highly recommended for any Game of Thrones fan!



Endlich wieder Tagebuch! Und wieso wusste ich, bevor ich am Ende des ersten Tages ankam, dass der Tag von Kai dokumentiert wurde? ❤️